8.30 Uhr

Türöffnung, Check-in & Kaffe / Gipfeli

9.00 Uhr

Eröffnung Netzwerktreffen #ausgeliefert

9.30 Uhr

Prof. Dr. med.

Giovanni Maio, M.A. phil.

«Der psychisch kranke Mensch zwischen Angewiesensein und Autonomie - eine ethische Perspektive»


Die Situation der Angehörigen von Menschen mit einer psychischen Erkrankung können sich in vielfältiger Weise ausgeliefert fühlen. Da ist die Situation des kranken Menschen selbst, die sich nicht einfach von heute auf morgen verändern lässt und die die gesamte Lebenswelt der Angehörigen radikal verändert, ohne dass diese Implikation von den Professionellen ausreichend bedacht wird. Die Angehörigen werden einfach selbstverständlich vorausgesetzt, aber ihr Leben verändert sich in nicht minder dramatischer Weise wie das Leben der kranken Menschen selbst. Hinzu kommt, dass die Angehörigen selbst Gefahr laufen, durch das nach wie vor vorherrschende Stigma der psychischen Krankheit in den sozialen Bezügen selbst Erfahrungen der Stigmatisierung ausgeliefert zu werden. Und schließlich kommt das Ausgeliefertsein im Hinblick auf die oft anhaltende Hilfsbedürftigkeit und Angewiesenheit der Menschen mit psychischen Erkrankungen, die die gesamte Lebensplanung der Angehörigen stark beeinflussen können und die Angehörigen auf diese Weise vor Situationen stellen, die ihnen oft keine Wahl lassen. Daher gilt es, gerade im Interesse einer guten Versorgung psychisch kranker Menschen die besonderen Herausforderungen der Angehörigen in den Blick zu nehmen, weil nur wenn die Gesellschaft Sorge für die Angehörigen trägt, ist es den Angehörigen möglich, langfristig Sorge für die psychisch kranken Menschen zu tragen.

10.00 Uhr

lic. ihr. Sandra Joos

Juristin mit beruflichen Hintergrund Kindes- und Erwachsenenschutzrecht. Seit 2021 im Rechtsteam der Pro Mente Sana, Fachverantwortung Recht.

Rechte von Angehörigen

1. Teil: Psychisch erkrankte Jugendliche: Elternrechte und Elternpflichten

2. Teil: Angehörige in der medizinischen Behandlung – ausgeschlossen? 

Bin ich unterstützungspflichtig für meinen erwachsenen Sohn? Muss mich die Ärztin meiner 15jährigen Tochter nicht über die Abgabe von Medikamenten informieren? Mein Bruder wird ohne Nachbetreuung aus der Klinik entlassen – wie weiter? Kann ich auf die Behandlung meiner Partnerin Einfluss nehmen?  

Angehörige sind immer mitbetroffen bei psychischer Erkrankung. Im Kurzreferat werden ihre Rechte unter Beachtung der Selbstbestimmung der Betroffenen dargelegt. Fragen/Erfahrungen aus dem Publikum werden im Anschluss an den theoretischen Teil miteinbezogen.

12.00 Uhr 

Anita Egloff und Tochter

Die ausgebildete Ergotherapeutin und Angehörigenbegleiterin EX-IN war bis im Juni 2023 Angehörigenbegleiterin in der Psychiatrie Baselland. Aktuell ist sie Mitglied des Behandlungsbeirats der UPK Basel und Mitglied des Beratungsteams der Angehörigenberatung im Themengebiet "Schizophrenie" der Guido-Fluri-Stiftung. Das Referat hält sie mit ihrer Tochter als Betroffene. 

«Ausgeliefertsein als Angehörige – mehr als nur ein Gefühl?»


ausgeliefert in verschiedenen Kontexten: 

-       in einer Krisensituation mit der betroffenen Person 

-       den familiären Dynamiken 

-       den psychiatrischen Versorgungssystemen 

-       den Reaktionen aus der Gesellschaft

Mutter und Tochter berichten anhand von Beispielen aus ihrer jeweiligen Perspektive.

13.00 Uhr

Mittagspause

Das gemeinsame Mittagessen ermöglicht einen aktiven Austausch mit anderen Teilnehmenden.

Im Weiteren finden Sie am Netzwerkmarkt eine eine breite Mischung an Institutionen und Vereinen, welche für Sie Infomaterial bereitstellen und gerne  in den persönlichen Dialog mit Ihnen kommen.

14.30 Uhr

Podiumsdiskussion mit Betroffenen

Wir haben Betroffene eingeladen, welche an einem Podium gemeinsam und mit Ihnen im Publikum diskutieren wie gemeinsam am Tagungsthema gearbeitet werden kann. 

15.30 Uhr

Edith Scherer

MAS in Adult and Professional Education und langjährige Koordinatorin Prävention und Angehörigenarbeit der Angehörigenberatung an der Psychiatrie St. Gallen

«#handlungsfähig: Ideen gegen die Ohnmacht»



16.45 Uhr

Ende  des Netzwerktreffens 2024 #ausgeliefert

Wir hoffen, Sie nehmen einen grossen Rucksack mit Inspirationen, Ideen, Motivation, Wissen und Begegnungen mit.

Moderation

Ladina Spiess

Wir freuen uns, dass wir mit Ladina Spiess auch dieses Jahr eine erfahrene Moderatorin gewinnen konnten. Die Medienfrau war während acht Jahren die Stimme der Glückskette. Bei Radio SRF 1 war Sie als Moderatorin und Produzentin tätig. An der Netzwerktagung führt sie durch den Tag und verbindet mit ihrer sympathisch frischen Art das Publikum mit den Referierenden, den Podiumsteilnehmenden und sorgt für die kritische Auseinandersetzung mit dem Gesagten.

Gastgeberin

Dieses Jahr ist die Psychiatrie St. Gallen Gastgeberin des Netzwerktreffens. Wir freuen uns sehr, dass wir hier sein dürfen und danken herzlich für die grosszügige Unterstützung. 

www.psychiatrie-sg.ch